Die meisten schreiben ihrer KI nur, was sie tun soll. Dabei liegt die halbe Qualität in dem, was du verbietest. Gute Grenzen sparen dir mehr Korrekturschleifen als jede noch so detaillierte Aufgabe.
Hier ist die Methode, die bei mir am zuverlässigsten funktioniert. Schritt für Schritt.
Schritt 1: Sammle deine wiederkehrenden Korrekturen.
Geh durch die letzten fünf KI-Antworten, die du nachbessern musstest. Was hast du jedes Mal geändert? Zu lange Texte? Zu viele Floskeln? Englische Begriffe? Das sind deine Verbote in spe.
Schritt 2: Formuliere konkrete Negativ-Regeln.
Nicht: schreib nicht so kompliziert. Sondern: Keine Sätze über 20 Wörter. Keine Fachbegriffe ohne kurze Erklärung. Konkret schlägt vage, auch beim Verbieten.
Schritt 3: Trenne Inhalt und Verbote sichtbar.
Schreib die Aufgabe oben hin, darunter einen klaren Block: Vermeide unbedingt. Die KI hält sich besser an Grenzen, die nicht im Fließtext untergehen.
Schritt 4: Begründe die wichtigsten Verbote in einem Halbsatz.
Keine Ausrufezeichen, das wirkt schreierisch. Eine kurze Begründung verankert die Regel stärker als ein nacktes Verbot.
Schritt 5: Teste mit einem Negativbeispiel.
Gib der KI ein Beispiel für genau das, was du nicht willst, und schreib dazu: So nicht. Ein abschreckendes Beispiel wirkt oft stärker als drei Regeln.
Ich gebe zu, ich habe das jahrelang ignoriert und mich über mittelmäßige Ergebnisse geärgert. Der Wechsel kam, als ich aufhörte, nur Wünsche zu formulieren, und anfing, Grenzen zu ziehen. Seitdem korrigiere ich deutlich weniger.
