Ich gebe es zu: Lange dachte ich, „Du bist ein Experte für Marketing“ sei ein Rollen-Prompt. Ist es nicht. Es ist eine Floskel, und sie hat mich einmal zwei Stunden gekostet.
Die Situation: Ich brauchte eine Angebotsstruktur für einen Kunden. Ich tippte „Du bist Verkaufsprofi, schreib mir ein Angebot“ und bekam genau das, was so ein Satz verdient: brav, generisch, austauschbar. Ich besserte nach, formulierte um, fluchte. Zwei Stunden später hatte ich etwas Brauchbares, aber langsamer als von Hand.
Die Lektion kam erst danach. Eine gute Rolle ist keine Job-Bezeichnung, sie ist ein Kontext. Nicht „Du bist Verkaufsprofi“, sondern: „Du berraetst Solo-Selbststaendige im DACH-Raum, die skeptisch gegen Hard-Sell sind. Du schreibst ehrlich, ohne Hype, und nennst immer den konkreten Nutzen zuerst.“ Das ist der Unterschied zwischen einem Etikett und einer Haltung.
Was ich seitdem in jede Rolle packe:
Für wen. Die Zielgruppe der Antwort, nicht nur das Thema.
Wie. Der Ton und was verboten ist. Floskeln raus, Klartext rein.
Woran gut sich erkennt. Ein Satz, der dem Modell zeigt, wann es fertig ist.
Seitdem brauche ich selten mehr als zwei Anlaeufe. Der Fehler war nicht die KI. Der Fehler war, dass ich der KI eine Visitenkarte gegeben habe statt einer Aufgabe. Eine Rolle, die nur einen Beruf nennt, ist wie ein neuer Mitarbeiter ohne Einarbeitung. Gib ihr Kontext, und sie liefert. Gib ihr ein Etikett, und du sitzt zwei Stunden dran. Ich weiss das jetzt aus Erfahrung.
