Klartext: Wenn deine KI ständig Mittelmaß ausspuckt, ist nicht das Modell schuld. Du gibst ihr zu wenig, um überhaupt etwas Gutes liefern zu können. „Schreib mir einen Newsletter“ ist keine Anweisung, das ist ein Wunsch ins Leere. Und ins Leere antwortet jede KI mit dem Durchschnitt von allem.
Ich merke das immer an einer Sache: an der Schleife. Erst die schwache Antwort, dann mein „Nein, anders“, dann der nächste Versuch, wieder „Nein“. Drei, vier Runden, bis halbwegs was Brauchbares steht. Diese Schleife frisst mehr Zeit als das Schreiben selbst je gekostet hätte.
Was die Schleife bei mir spürbar verkürzt, ist nicht mehr tippen, sondern drei Dinge vorher mitzugeben.
Eine Rolle. Sag der KI, aus welcher Perspektive sie schreiben soll. „Du bist ein Steuerberater, der Selbstständigen die Angst nimmt“ liefert etwas mit Haltung. Ohne Rolle nimmt die KI den Mittelwert des Internets, und Mittelwert klingt nach niemandem.
Einen echten Empfänger. Nicht „für Kunden“, sondern: für eine 45-jährige Physiotherapeutin mit eigener Praxis, die abends keine Lust mehr auf Buchhaltung hat. Je konkreter die Person, desto konkreter der Text. Vage Zielgruppe, vager Text.
Und einen Plan vorab. „Skizzier mir erst, wie du es aufbaust, dann schreib.“ Du korrigierst die Richtung, bevor die KI 400 Wörter in die falsche Richtung produziert. Genau das killt die „Nein, anders“-Schleife.
Kein Prompt-Engineering-Kurs nötig. Diese drei Angaben passen vor fast jede Anfrage.
Ich gebe zu: Ich habe das monatelang ignoriert und mich über die Ergebnisse aufgeregt. Bequemer, der KI die Schuld zu geben, als zwei Sätze mehr zu schreiben.
Wo verlierst du gerade die meiste Zeit: bei der Rolle, beim Empfänger oder beim Plan?
